[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Gesprächsführung in der Gruppe

Dysfunktionales Verhalten in Diskussionsgruppen

Quelle: http://www.ipts.de/ipts23/englisch/feed.htm (01-12-02)

Wie fällt eine
Gruppe Entscheidungen?

Funktionen, die den Bestand der Gruppe fördern

Meetings als Zeitkiller und Entscheidungskiller

Dezentralisierte Strukturen und flache Hierarchien gelten in modernen Arbeitsorganisationen als zeitgemäß und effizient. Sie verlangen von den Mitarbeitern eigenverantwortliche Koordination. Diese nimmt inzwischen einen großen Raum ihrer Arbeitszeit ein und führt bisweilen zu Belastungen. Ausschlaggebend dafür ist die häufig vorzufindende Verdrängung der in der Arbeit angemessenen informellen Form der Kooperation durch formalisierte Verfahren, vorherrschend in Form von Meetings. Die Störung der Balance zwischen formeller und informeller Kooperation lässt die Tücken und Widersprüche von Meetings zu Tage treten. Meetings werden oft als Zeitkiller oder Entscheidungskiller erlebt, es werden Absicherungszwänge unter Experten erfahren, oft scheinen Meetings eher Probleme zu schaffen als zu lösen. Mehrere Komponenten verhindern eine Effizienz der prosperierenden "Meeting-Mode", zum Beispiel

Um die vermeintlich rationalen Entscheidungsgrundlagen auszubauen, werden Meetings häufig dazu genutzt, immer neue Arbeitsaufträge zu verteilen, statt dort schlichtweg Entscheidungen zu treffen. Die Situation steht kurz vor der Eskalation, wenn dieses Vorgehen noch nicht einmal dazu führt, dass beim nächsten Meeting auf der neuen Datenbasis Entscheidungen getroffen werden. Wenn immer weitere Kriterien zur Überprüfung auf den Tisch gebracht werden, gestaltet sich das Meeting als Teufelskreis der Problemgenerierung. Alle Beteiligten müssen einerseits den Mehraufwand und die Widersprüchlichkeit der Meetings erdulden; anderseits müssen sie mehr und mehr auf arbeitsrelevante informelle Kooperationen verzichten. Damit steigt die Belastung und sinkt die Produktivität.

Konkrete Möglichkeiten sinnvoller Kooperationen beschreibt Stephanie Porschen in der unabhängigen Fachzeitschrift "Wirtschaftspsychologie" Nr. 1/2008 unter dem Titel "Belastungen bei der Bewältigung von Arbeit: Widersprüchliche Kooperationsanforderunge": "Mit dem zukunftsweisenden Konzept der widersprüchlichen Kooperationsanforderungen lassen sich diese genauer analysieren. Deutlich wird dabei, dass für eine „gesündere“ Abstimmungskultur Investitionen in die Gestaltung von Meetings allein nicht ausreichen."

Nach neueren Untersuchungen Schule et al. (2013) können schlecht organisierte Meetings sogar krank machen, wenn während der Besprechung schlecht kommuniziert wird und wenn generell zu viel Zeit in Besprechungen verbracht wird. Typische Merkmale schlechter Kommunikation in Meetings ist Jammern über den Ist-Zustand, die Suche nach Schuldigen, Seitengespräche oder Durcheinanderreden, das Abschieben von Verantwortung, die Abwertung andere und das sich Verlieren in Details. Besonders jene, die sehr viel Zeit in Meetings verbringen, leiden besonders unter schlechter Kommunikation. Daher sollte man Meetings gut planen, etwa mittels eines Themenplans, die Meetings pünktlich beginnen und beenden, also den Zeitplan genau einhalten. Gut gestaltet sind Meetings also dann, wenn der Themenplan schon schriftlich vor dem Meeting oder spätestens mündlich vor der Besprechung gegeben wird, die Dauer in Minuten festgelegt ist, Räume und Ausstattung wie Medien, Licht und Temperatur als angenehm empfunden werden, es einen Verantwortlichen gibt, der das Meeting leitet, und dabei die TeilnehmerInnen zu aktiver Mitarbeit aufgefordert werden.

Literatur:
Schulte, Eva-Maria, Fenner, Tatjana & Kauffeld, Simone (2013). Nicht ohne Nebenwirkungen: Gesundheitsrisiko Meeting. Personal quarterly, 2, 8-15. *) Entstanden unter Verwendung von: http://www.maas-training.de/maas/DOKU_3.EXE (01-01-27) Die Erlaubnis des Autors liegt vor.

Weitere Quellen:
http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?
id=120666&template_id=518&query_id=279 (02-04-14)
http://www.ipts.de/ipts23/englisch/feed.htm (01-12-02)
http://bernhard.negele.bei.t-online.de/blk/Tipps___Tricks/hauptteil_tipps___tricks.htm (02-10-05)



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