[werner.stangl]s arbeitsblätter 

Die Wesensschau

Grundbegriff der Husserlschen Phänomenologie

 

Nach Husserl ist es bei jedem individuellen Gegenstand möglich, seine zufälligen und seine wesentlichen Eigenschaften voneinander zu unterscheiden. Die wesentlichen Eigenschaften gelten mit Notwendigkeit für alle Gegenstände der entsprechenden Klasse. Das Wesen (eidos) des individuellen Gegenstands ist nach Husserl ein eigener idealer Gegenstand, den man in der Wesensschau erfahren kann (auch eidetische Deskription, eidetische Reduktion, eidetischeVariation oder Ideation genannt). Dazu muß der Gegenstand in der Phantasie vorgestellt und verändert werden. So vermag man zu sehen, welche Eigenschaften ihm notwendig zukommen und welche sich wegdenken lassen, ohne daß der Gegenstand dabei sein Wesen, d. h. seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse, verliert. Auf diese Weise läßt sich eine direkte Erfahrung des Wesens gewinnen.

Aufgabe: Versuchen Sie das Wesen eines Tisches herauszuarbeiten, indem Sie alles weglassen, was nicht unbedingt notwendig ist.

Literatur: Philosophielexikon/Rowohlt-Systhema



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