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Bewerbung: Hinweise zum Verfassen eines Lebenslaufs

Eine besonders wichtiger Teil eines persönlichen Portfolios ist der Lebenslauf, den man bei Bewerbungen vorlegen muss. Der Lebenslauf oder auch manchmal kurz CV (Curriculum vitae - lat. "Lauf des Lebens") genannt, soll einem zukünftigen Arbeitsgeber einen guten Eindruck über vermitteln. Personalchefs sehen sich immer zuerst den Lebenslauf an, um schnell zu erkennen, ob die Muss-Kriterien für eine Arbeitsstelle erfüllt sind. Am besten versetzt man sich einmal in die Lage eines Personalchefs. Dieser muß sich unter Umständen zu einer Stellenausschreibung einige zehn oder sogar hundert Bewerbungen ansehen oder manchmal seine Sekretärin. Um hier punkten zu können, sollte man den Lebenslauf wie auch das Bewerbungsschreiben so verfassen, dass alle wichtigen Punkte (besondere Merkmale) sofort herausstechen. Hierfür eignet sich vor allem ein tabellarischer Lebenslauf, übersichtlich und klar strukturiert. Bei der Länge empfehlen Berater maximal zwei Seiten. Ob der Lebenslauf chronologisch (von erster bis letzter Stelle) aufgelistet wird oder umgekehrt (anglo-amerikanische Variante mit aktueller Stelle zuerst), ist Geschmackssache. Bei Bewerbern mit viel Berufserfahrung sollte die aktuelle Stelle zu Beginn stehen, denn da ist die Ausbildung und der erste Arbeitsplatz zu weit weg, daher sind eher die jüngsten Stellen interessant und sollten sie ganz oben stehen. Vor allem bei jüngeren Bewerbern sollten auch Praktika angeführt werden, denn SchülerInnen haben oft das Problem, dass sie nicht wissen, was sie in einen Lebenslauf schreiben sollen, da ihnen die Berufserfahrung noch fehlt. Es ist für AnfängerInnen daher ratsam, Interessen und Schwerpunkte hineinzuschreiben, also etwa ein besonders geliebtes Schulfach. Auch Matura- und Studienschwerpunkte sollte man in einem solchen Fall anführen.

Handschriftliches ist Vergangenheit, denn heutzutage sollte auch der Lebenslauf zumindest mit Schreibmaschine oder besser mit dem Computer geschrieben werden. Handschriftliche Lebensläufe sollten nur nach ausdrücklicher Aufforderung in einer Bewerbungsmappe enthalten sein. Neben dem klassischen tabellarischen Lebenslauf gibt es zwar unzählige andere Formen, wie man seinen Lebensweg darstellen kann, allerdings kann ein "Zuviel" an Kreativität und Individualismus bei der Gestaltung (Farben, Layout, Schriftart usw.) die Aufmerksamkeit weg vom Inhalt auf die Form lenken. Eher sollte man sein Augenmerk verstärkt auf lückenlose Inhalte und formale Richtigkeit legen und vor allem den bisherigen schulischen und beruflichen Werdegang darlegen. In den Lebenslauf gehört keine Selbstbeschreibung, denn wie jemand ist, darüber macht sich der Personalchef lieber selbst ein Bild im Bewerbungsgespräch. Wichtig ist, dass die Daten lückenlos und zeitlich genau erfasst sind, wobei mindestens Monat und Jahr angegeben sein müssen.

Für einen tabellarischen Lebenslauf stellt man alle Stationen seines Werdegangs so zusammen, dass das Ganze sowohl die Jobeignung als auch die Vertrauenswürdigkeit belegt. Der ideale Bewerber um einen Beruf sollte dem zuständigen Personaler ermöglichen, die Bewerberdaten schnell, mühelos und nach seiner eigenen Methode schnell auswerten zu können, denn er möchte sich rasch ein Bild machen und das Profil zu denen der Mitbewerber in Bezug setzen. Als Bewerber baut man daher sein Datenblatt deshalb so auf, damit es sich wie von selbst überfliegen lässt. Ein Lebenslauf, der überzeugen soll, ist das Ergebnis einer dreifachen Anstrengung:

Der Lebenslauf sollte nicht mehr als zwei Seiten Umfang haben, besonders bedeutsame Stationen des Werdegangs können ausführlicher (aber immer stichwortartig!) beschrieben werden. Grundsätzlich gilt, daß Hervorhebungen durch Fettschrift oder Farben nicht übertrieben werden sollten, wobei letztere eher störend wirken können, wenn Sachlichkeit erforderlich ist. Wichtig ist auch eine gut lesbare Schriftart, für Druck eine Serifenschrift (Times), für Online eine serifenlose (Verdana, Arial) und eine gut lesbare Schriftgröße (mindestens 10 bis 12 pt bzw. px). Der Lebenslauf kann chronologisch bzw. umgekehrt chronologisch abgefasst werden. Grundsätzlich gilt aber, dass die wichtigsten Stationen an den Anfang gehören.

Der Lebenslauf soll so detailliert wie möglich sein, d.h., es reicht nicht, nur die Berufsbezeichnung anzugeben, sondern eine Erklärung über die Aufgabengebiete und Schwerpunkte der Arbeit sind anzuführen. Man sollte sich immer fragen, was ist für diese Bewerbung relevant ist. Bei Hobbys sollte man eher vorsichtig sein, denn Bücher lesen und laufen sagen wenig über den Bewerber aus. Trainiert jemand einen Verein oder engagiert sich beim Roten Kreuz, zeigt das soziale Kompetenz. Das sollte man daher auf jeden Fall anführen. Das Anführen von besonderen Fähigkeiten wie Kommunikations- oder Organisationstalent oder Ähnliches sind allerdings kritisch zu betrachten, denn das ist zu allgemein und oft einfach nur selbstverständlich

Was gehört in einen Lebenslauf?

Bewerbungsfotos (nur professionelle Fotos, keinesfalls Automatenfotos!) im Lebenslauf selber eher nicht verwenden, sondern auf einem Deckblatt vor dem Lebenslauf befestigen. Tabu sind auch Urlaubs- und Freizeitbilder bzw. unnatürliche Posen wie etwa eine Denkerpose. Bei Frauen sollten auf den Fotos keine Spaghetti-Träger-Tops sein und das Gesicht nicht überschmink wirken, bei Männern muss es allerdings es nicht immer Anzug und Krawatte sein, doch es gilt die Regel: lieber over- als underdressed. Man sollte sich auf dem Foto wiederfinden und gefallen. Das Bewerbungsfoto vermittelt dem Unternehmen, bei dem man sich bewirbt, einen ersten optischen Eindruck. Es ist empfehlenswert, das Foto bei einem professionellen Fotografen machen zulassen, denn der weiß genau, worauf es bei einem solchen Bild ankommt. Man sollte beim Fototermin ausgeschlafen sein, sich frisiert haben, wenn man ein Mann ist und keinen Bart trägt, gut rasiert sein. Je nach Beruf sollte man als Mann eine Krawatte tragen und als Frau auf schrille Farben verzichten. Die Größe eines Bewerbungsfotos sollte 4,5 cm mal 6 cm sein. Auf dem Bewerbungsfoto sollte das Gesicht bis zu den Schultern zu sehen sein. Auf die Rückseite des Bewerbungsfotos schreibt man den Namen sowie die Anschrift, den sollte sich das Foto einmal aus den Unterlagen lösen, so kann es wieder eindeutig zugeordnet werden.

Schließlich sollte eine Bewerbung, ob nun online oder ausgedruckt, durch alle notwendigen Zeugnisse, Beurteilungen, Zertifikate oder auch Arbeitsproben ergänzt werden. Wichtig ist auch hier die möglichst lückenlose Dokumentation der bisherigen Schul-, Ausbildungs- und Berufsjahre. Die Konsistenz der im Lebenslauf angegebenen Zeiten und Angaben versteht sich von selbst. Auch sollte man seine Tätigkeiten im Lebenslauf nicht allzu übertrieben darstellen.

Rechtschreib- oder Grammatikfehler sind hier natürlich zu vermeiden - daher sollte man seinen Lebenslauf immer von einer sachkundigen Person oder - besser noch - mehreren Personen gegenlesen lassen.

Vielleicht orientieren Sie sich am Schema Europäischer Lebenslauf (Download als .rtf-Datei, 104 KB)

 

Applicant Tracking Systeme

Anna Sourdille berichtet in einem Artikel in der Presse, dass vor allem in größeren Unternehmen bei der Selektion der Bewerbungen vermehrt computerbasierte Applicant Tracking Systeme zum Einsatz kommen, sodass es nur jemand zum Vorstellungsgespräch schafft, wer die Programme mit seiner Bewerbung und seinem Lebenslauf überzeugt. Sie nennt einige Tipps und Tricks, um diesen unpersönlichen Online-Scan besser zu bestehen.

Solche Lebenslauf-Scanner wollen keine kreativen Layouts, sondern haben damit eher Schwierigkeiten und sortieren diese schlimmstenfalls aus. Daher sollte man im Lebenslauf auf Elemente wie Logos oder Symbole verzichten, keine ausgefallenen Schriftarten verwenden sondern Arial oder Times New Roman.

Für die einzelnen Abschnitte im Lebenslauf gängige Überschriften wie "Ausbildung", "Berufserfahrung" oder "Qualifikationen" wählen und eine unbekannten Begriffe, denn solche erschweren es den Programmen, die Daten im Lebenslauf richtig einzuordnen.

Man sollte daher genau prüfen, welche Dateiformate akzeptiert und korrekt gelesen werden können.

Durch die Verwendung bestimmter Schlüsselbegriffe kann man den Computer davon überzeugen, dass man zu den vielversprechenden Kandidaten gehört, daher keine Bewerbungsfloskeln wie „belastbar“, „motiviert“ oder „teamfähig“, sondern spezielle Schlüsselwörter etwa aus der Stellenanzeige, die für Branche und Beruf typisch sind, verwenden. Man sollte diese Begriffe nicht zu oft in der Bewerbung unterbringen, denn sonst leidet die Lesbarkeit darunter.

Computerprogramme sind unbarmherzig in Bezug auf Schreibfehler, denn die Maschine kann das Wort im schlimmsten Fall nicht erkennen und sortiert diese Bewerbung aus. Daher sollte man die die Rechtschreibprüfung ernst nehmen und zusätzlich einem Freund oder Bekannten zum Gegenlesen geben.

 

Quellen & Literatur

http://www.nachrichten.at/anzeigen/karriere/art146,887822
http://www.nachrichten.at/anzeigen/karriere/art146,874190
http://www.nachrichten.at/anzeigen/karriere/art146,878947
http://www.nachrichten.at/anzeigen/karriere/art146,883682
Die Presse vom 29. September 2016





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