Das soziale Umfeld in der Berufsfindung - Die Berufswahlhelfer

Quellen:

Mathis, K. (1996). Berufe und Schulen in Österreich. Sauerländer Aura Verlag.

Die wichtigsten Helfer sind meist die Eltern oder sonst nahe stehende Personen. Wenn diese Personen auch die Berufswelt nicht durch und durch kennen, so haben sie wahrscheinlich doch schon Erfahrungen im Berufsleben gemacht. Wichtiger erscheint in diesem Zusammenhang aber die Tatsache, dass diese Personen den Jugendlichen genauer kennen und er sich auf sie verlassen kann. Eltern sind dann gute „Berufswahlhelfer“ wenn sie sich für die Fragen der Berufswahl Zeit nehmen und nicht zur Entscheidung drängen.

Neben den Eltern und Freunden spielt zunehmend die Schule einen wichtigen Faktor in der Berufsentscheidung. Im Schulalltag spricht man von „Berufsorientierung und Bildungsinformation“ (BOBI) mit beispielsweise Aktionen und Veranstaltungen zu Thema  „14, WAS NUN?“ Somit hilft auch der Lehrer die Berufswahl auf längere Sicht hin vorzubereiten (vgl. MATHIS, K., 1996, S. 22.).

Wie bereits oben erwähnt gibt es aber noch eine Vielzahl von Beratungsstellen und Institutionen, die dem Jungendlichen Informationsmaterial zur Verfügung stellen und ihm in seiner Entscheidungen beistehen:

Immer mehr zum Hilfsmedium für den Entscheidungsprozess wird dabei auch das Internet wobei die Vorteile klar auf der Hand liegen (aktuell, bequem, etc.):

Grundsätzlich sollte aber für alle „Berufswahlhelfer“ und speziell für die Eltern die folgende Zielsetzung in diesem Bereich obligatorische Wirkung haben:

ZIELSETZUNG

NICHT Entscheidung – sondern VORBEREITUNG
NICHT Beeinflussung – sondern ANREGUNG
NICHT Bevormundung – sondern KOOPERATION

Nur anhand dieser Zielsetzung können Helfer in der Berufsfindung und –entscheidung konstruktiv zum Ergebnis beitragen.

Einflussfaktoren auf die Berufswahl

  1. Die erforderliche Informationssituation der Jugendlichen und ihrer Eltern ist unzureichend. Die Ursache liegt in der Tatsache der neu auftretenden Berufe und das Verschwinden vorhandener Berufe.
  2. Die Eltern beeinflussen oft die beruflichen Möglichkeiten der Kinder. Die Eltern sind sich aber der Konsequenzen oft nicht bewußt. Die Beeinflussung beginnt bereits mit dem Aussuchen der Schule für die Kinder und endet damit, daß sie ihren Kindern entweder die Falsche oder nur eine Geringe Information über die Berufs- und Arbeitswelt geben.
  3. Die Kinder werden bei der Entscheidung der Berufsfindung unterschiedlich unterstützt. Manche Eltern geben ihren Kindern Anregungen, andere überlassen ihren Kinder die ganze Entscheidung und manche zwingen ihre Kinder zu einem bestimmten Beruf.
  4. Der Bildungsweg und die Berufsentscheidung wird oft von der Umwelt, wie zum Beispiel durch das kulturelle Milieu des Elternhauses oder durch Prestigevorstellungen, beeinflußt.
  5. Die Entscheidung des Kindes wegen bestimmter Neigungen kann bald zur Enttäuschung führen. Diese Neigungen können zum Beispiel angenehme Arbeitsbedingungen, saubere Arbeit und wenig körperlicher Einsatz sein.
  6. Die Eignung des Jugendlichen wird zu wenig berücksichtigt. Der Grund dafür kann die Tatsache, daß die Schulen die Fähigkeiten der Jugendlichen oft nicht zur Geltung bringen, sein.
  7. Die ökonomischen und regionalen Gegebenheiten können die Entscheidung ebenfalls erschweren. Es ist oft nötig, daß der Jugendliche nicht vor regionaler Mobilität zurückschreckt (vgl. Schmiel & Sommer 1985, S. 51ff).

Quelle: Schmiel, M. & Sommer, K.-H. (1985). Lehrbuch Berufs- und Wirtschaftspädagogik. München: Ehrenwirth.

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